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Innovationen für den Klimaschutz: Fachtagung zu Negativen Emissionen in der Landwirtschaft an der DHSN Dresden

26. November 2025
Die Referentinnen und Referenten der Fachtagung ‚Negative Emissionen in der Landwirtschaft‘ am 26. November 2025 in Dresden
Referenten der Fachtagung ‚Negative Emissionen‘ an der Dualen Hochschule Sachsen. © K. Haupt

Wie können landwirtschaftliche Betriebe gezielt CO₂ binden und daraus neue Geschäftsmodelle entwickeln? Diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt der Fachtagung „Negative Emissionen in der Landwirtschaft“, die am 26. November 2025 an der Dualen Hochschule Sachsen – Staatliche Studienakademie Dresden stattfand.

Knapp 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft und landwirtschaftlicher Praxis kamen in Dresden zusammen, um über Lösungsansätze zur Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre und die gleichzeitige Schaffung neuer Wertschöpfungspotenziale zu diskutieren. 

Forschung trifft Praxis: Wege zur CO₂-Sequestrierung

Im Fokus der Tagung standen technische und biologische Verfahren, die atmosphärisches CO₂ langfristig binden. Expertinnen und Experten präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse und Praxisberichte zu zukunftsweisenden Themen:

  • Pflanzenkohle & Pyrolyse: Einsatz von Pflanzenkohle (z. B. Terra Preta) sowie technische Herausforderungen der CO₂-Abscheidung und -Sequestrierung,
  • Humusmanagement: Humusmehrende Bewirtschaftung als natürlicher CO₂-Speicher,
  • Biogasprozesse: Synergien zwischen Biogasanlagen und negativen Emissionen,
  • Wirtschaftlichkeit: Vergütungs- und Einnahmemodelle (u. a. CarboCert GmbH) zur Steigerung der finanziellen Attraktivität ökologischer Maßnahmen

Einblicke aus der landwirtschaftlichen Praxis

Besonders wertvoll war der direkte Austausch mit regionalen Betrieben. Vertreter der Agrarprodukte Kitzen e.G., die auf Energieversorgung mittels Biogas und Photovoltaik setzen, und des Auenhofs Biogemüse & Naturkost teilten ihre wertvollen Erfahrungen. Sie zeigten auf, wie Theorie in die Praxis umgesetzt werden kann und welche organisatorischen Hürden dabei zu nehmen sind.

Dr. Steffen Heinrich, Geschäftsführer des Zweckverbands Frohnbach, berichtete über die in Deutschland bislang einzigartige Klärschlammpyrolyse-Anlage im Klärwerk Niederfrohna. Anstatt Klärschlamm zu verbrennen, wird dieser unter Sauerstoffausschluss auf hohe Temperaturen erhitzt. Das reduziert nicht nur die CO₂-Emissionen deutlich, sondern ermöglicht zugleich eine effiziente Phosphorrückgewinnung, zu der ab dem 1. Januar 2029 alle großen Kläranlagen (> 50.000 EW) verpflichtet sind.


Herr Fetsch von der Fetsch Sozietät, der die C44 GmbH vertritt, stellte die Pläne für den Bau der größten Pflanzenkohle-Anlage Deutschlands in Zittau durch dieses Unternehmen vor.

Flankiert wurden diese Praxisberichte durch wissenschaftliche Beiträge der TU Dresden und der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg sowie Informationen zu einem bundesweiten Forschungsverbund zur Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre: Dr. Sara Marchini (TUD) stellte moderne Verfahren der CO₂-Abscheidung vor. Dr. Arthur Gross erläuterte das Potenzial von Pflanzenkohle für Humusaufbau und die Bindung von CO2 und Dr. Malgorzata Borchers vom UFZ (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung) stellte in einem Online-Vortrag die CDRterra-Kooperation (CDR: Carbon Dioxide Removal) vor. Sie selbst forscht zu BECCS (Bioenergy with Carbon Capture and Storage) – einem Verfahren, bei dem Biomasse verbrannt und das entstehende CO2 unterirdisch gespeichert wird.

Fazit: Ein wachsendes Innovationsfeld

Die Veranstaltung verdeutlichte, dass das Thema „Negative Emissionen“ weit mehr als nur Klimaschutz ist: Es ist ein dynamisches Innovationsfeld, das der Landwirtschaft neue ökologische und ökonomische Perspektiven eröffnet.

Die große Resonanz unterstrich dabei das wachsende Interesse an negativen Emissionen als zentralem Baustein künftiger Klimaschutzstrategien.

„Die Fachtagung hat gezeigt, wie wichtig die enge Verzahnung von Forschung und Praxis ist, um tragfähige Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels zu finden“, resümierten die Organisatoren, der Studiengang Agrarmanagement und der Förderverein der Dualen Hochschule Sachsen – Campus Dresden e.V.

Die DHSN - Staatliche Studienakademie Dresden bedankt sich bei allen Referenten und Teilnehmenden für die inspirierenden Beiträge und den regen Austausch.

Kontakt

Porträt eines Mannes mit kurzgeschnittenem, grau meliertem Haar und dunklem Rollkragenpullover vor gelbem und grauem Hintergrund. Er trägt eine Brille mit dunklem Rahmen und blickt geradeaus. (automatisch generiert)

Prof. Dr. rer. nat.

DanielGembris

Dresden

Telefon: +49 351 44722-715

Telefax: +49 351 44722-299

Raum 2.216

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