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„Mit der Faust in die Welt schlagen“ – Ein Film über Perspektivlosigkeit, Zugehörigkeit und Radikalisierung

11. Juni 2026

Am 9. Juni 2026 wurde an der Studienakademie Breitenbrunn der Spielfilm „Mit der Faust in die Welt schlagen“ gezeigt. Die Veranstaltung brachte Schülerinnen und Schüler der Mittelschule und des Erzgebirgskollegs, Studierende sowie Lehrkräfte zusammen und eröffnete einen Raum für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen, deren Aktualität und Brisanz bis heute weit über Ostdeutschland hinausreichen.

Der Film der Regisseurin Constanze Klaue basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lukas Rietzschel und erzählt die Geschichte der Brüder Philipp und Tobias, die Anfang der 2000er Jahre in der sächsischen Provinz aufwachsen. Ihre Kindheit ist geprägt von familiären Zerwürfnissen, wirtschaftlicher Unsicherheit und einem Mangel an Perspektiven. Zwischen Hoffnungen auf ein besseres Leben und den Enttäuschungen des Alltags suchen die beiden nach Halt, Orientierung und Zugehörigkeit. Als Jahre später die Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft im Ort angekündigt wird, treten gesellschaftliche Konfliktlinien offen zutage und setzen Entwicklungen in Gang, die zunehmend dramatische Züge annehmen.

Besonders eindrucksvoll gelingt es dem Film, gesellschaftliche Umbrüche aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen erfahrbar zu machen. Er zeigt auf eindringliche Weise, wie Ausgrenzungserfahrungen, Frustration und das Gefühl des Abgehängtseins den Nährboden für Radikalisierung bereiten können. Zugleich richtet er den Blick auf die Lebenswirklichkeit vieler Menschen in strukturschwachen Regionen und verdeutlicht, wie eng individuelle Biografien mit gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen verwoben sind.

Im anschließenden Gespräch mit dem Produzenten Alexander Wadouh und der Moderatorin Barbara Wallbraun wurde deutlich, wie nachhaltig die filmische Darstellung die Anwesenden berührte. Im Mittelpunkt standen Fragen nach gesellschaftlichem Zusammenhalt, politischer Verantwortung und den Ursachen von Fremdenfeindlichkeit. Ebenso fanden persönliche Erfahrungen und Beobachtungen aus dem eigenen Lebensumfeld ihren Platz in einer kompakten Diskussion.

„Mit der Faust in die Welt schlagen“ erweist sich damit als ein eindringliches filmisches Zeugnis gesellschaftlicher Spannungen und Transformationsprozesse. Ohne einfache Antworten zu liefern, regt der Film zur Reflexion an und eröffnet Perspektiven für den Dialog. Die Vorführung zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial dem Medium Film für politische und gesellschaftliche Bildung innewohnt: nicht belehrend, sondern sensibilisierend, diskussionsanregend und nachhaltig wirkend. Ein Film, der bewegt – und dessen Fragen lange nach dem Abspann nachhallen.

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