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Nachweis zur energieeffizienten und hygienischen TrinkWarmWassser-Erwärmung mittels dezentraler Temperaturanhebung
Nachweis zur energieeffizienten und hygienischen TrinkWarmWassser-Erwärmung mittels dezentraler Temperaturanhebung – EffHyTW (Antragsnummer 100764661)
Das Forschungsprojekt EffHyTW untersucht einen neuartigen Ansatz zur energieeffizienten und gleichzeitig hygienischen Trinkwarmwasser-Bereitung in Gebäuden. Das Ziel ist, Warmwassersysteme – insbesondere in Bestandsbauten – energieeffizienter zu betreiben, ohne das Risiko eines Legionellenwachstums zu erhöhen. Niedrige Speichertemperaturen, die beim Einsatz moderner Wärmepumpen üblich sind, verbessern zwar die energetische Bilanz, steigern jedoch das hygienische Risiko. Hier setzt das Projekt an.
Motivation:
Da im Gebäudebestand häufig keine durchgreifende Sanierung der zentralen Warmwasseranlagen möglich ist, werden Lösungen benötigt, die Energieeinsparung erlauben und gleichzeitig die Trinkwasserhygiene sicherstellen. Besonders relevant ist dies, weil Legionellen zwischen 30 und 45 °C optimale Wachstumsbedingungen finden und die gesetzlichen Anforderungen strikte Grenzwerte vorgeben.
Untersuchungsansatz:
Das Projekt verfolgt die Idee, die zentrale Warmwassertemperatur gezielt abzusenken, um Wärmepumpen effizienter zu betreiben, und erst unmittelbar an der Zapfstelle (z. B. Dusche) einen kurzen, leistungsbegrenzten Temperatur-„Boost“ durchzuführen. Dieser dezentrale Booster hebt das Wasser auf eine so hohe Temperatur an, dass Legionellen inaktiviert oder abgetötet werden können. Damit wird Speichervolumen reduziert, Verteilverluste minimiert und die Effizienz des Gesamtsystems verbessert.
Umsetzung:
In einem Integrierten Laborprüfstand werden verschiedene Booster-Technologien systematisch untersucht, darunter: indirekte und direkte ohmsche Erwärmung, sowie ein neu entwickelter Prototyp auf Basis elektrischer Wechselfelder. Für alle Varianten werden Energieverbrauch, Temperaturverläufe, Leistungsfähigkeit und Legionellenreduktion analysiert. Ergänzend entsteht ein Simulationsmodell zur Bewertung realer Sanierungsszenarien in Ein- und Mehrfamilienhäusern.
Nutzen und potenzielle Anwender:
Von der Technologie profitieren insbesondere Betreiber und Bewohner von Bestandsgebäuden, die ohne großen Umbauaufwand, energieeffizienter und hygienisch sicherer Warmwasser bereitstellen und nutzen möchten. Darüber hinaus profitieren Hersteller, Energieversorger und Sanierungsunternehmen durch neue technische Optionen mit hohem Einsparpotenzial. Langfristig trägt das Projekt zur Reduktion von CO₂-Emissionen, zur Verbesserung der Sanierungsfähigkeit älterer Gebäude und zur Stärkung regionaler Innovationsstrukturen bei.
Projektpartner:
Fraunhofer IIS/EAS
Technische Umsetzung, Prüfstand, Energiesimulation
TU Dresden, Medizinische Fakultät, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Virologie
Mikrobiologische Analysen, Legionellenbewertung
Duale Hochschule Sachsen (Campus Glauchau)
Entwicklung des innovativen Booster-Prototyps und chemisch-physikalische Wasseranalytik
KONFINANZIERT VON DER EUROPÄISCHEN UNION UND MITFINANZIERT DURCH STEUERMITTEL AUF DER GRUNDLAGE DES VOM SÄCHSISCHEN LANDTAG BESCHLOSSENEN HAUSHALTS.