Liebe Sportfreunde,
unser Rennfahrer Patrick Krause (VU23) hat am Internationalen Rennen in Most (CZ) teilgenommen und sportlich für unseren DHSN in Glauchau geworben. Dafür vielen Dank und weiterhin große Erfolge!
Sein ausführlicher Bericht zeigt, es ist nicht nur „Gas-geben“ im Motorsport gefragt. Da kommt auch sehr viel Thermodynamik ins Spiel, die er in unserem Studiengang intensiv studiert hat!
Also nehmt Euch die Zeit zum Lesen seines Wettkampfberichtes:
VFV Großer Preis der Stadt Most 2026 – GLP Pro / TW+GT B
Vom 29. bis 31. Mai 2026 stand für mich mit dem VFV Großen Preis der Stadt Most der nächste Einsatz in der GLP Pro auf dem Programm. Gefahren wurde auf dem Autodrom Most in Tschechien, einer anspruchsvollen Strecke mit schnellen Passagen, harten Bremszonen und technischen Kurvenkombinationen. Für mich ging es erneut mit dem VW Corrado an den Start.
Nach den Erfahrungen aus dem vergangenen Einsatz stand das Wochenende ganz im Zeichen weiterer Entwicklung, Abstimmungsarbeit und dem Ziel, das Potenzial des Fahrzeugs Schritt für Schritt besser auszuschöpfen.
Freitag, 29. Mai – Freies Training
Bereits im ersten freien Training zeigte sich, dass der Corrado auf der Strecke in Most sehr gut funktionierte. Ich fand schnell Vertrauen ins Fahrzeug und konnte mich Runde für Runde steigern. Mit einer besten Rundenzeit von 2:00.900 min konnte ich mich im Training 1 an die Spitze der TW+GT B setzen. Damit gelang ein sehr starker Auftakt in das Wochenende und zugleich ein deutliches Zeichen dafür, dass die Entwicklung des Corrado in die richtige Richtung geht.
Zu diesem Zeitpunkt funktionierte das Fahrzeug noch ohne größere Auffälligkeiten. Die Öl- und Wassertemperaturen blieben im ersten Training im Rahmen, sodass ich das Potenzial des Corrado gut nutzen konnte. Besonders die Bremsleistung, das Einlenkverhalten und die allgemeine Balance gaben eine gute Grundlage für die weiteren Sitzungen.
Pflichttraining
Im weiteren Verlauf des Tages stiegen die Temperaturen jedoch deutlich an. Bei knapp 30 °C Lufttemperatur und im späteren Nachmittag nahezu 45 °C Streckentemperatur wurden die Bedingungen für Fahrer, Reifen und Technik zunehmend anspruchsvoller.
Mit steigender Außentemperatur zeigte sich auch am Corrado ein thermisches Problem.
Die Öltemperatur stieg weiter an, gleichzeitig fiel der Öldruck ab. Um keinen Motorschaden zu riskieren, entschieden wir uns dazu, die Belastung deutlich zu reduzieren. Ich fuhr deshalb nur noch mit maximal etwa 2.000 U/min unter der eigentlichen Schaltdrehzahl, um die thermische Belastung zu reduzieren. Zudem brach ich vorzeitig das Training ab, um das Fahrzeug abkühlen zu lassen und weiteren Problemen vorzubeugen.
Das erklärt auch die Zeiten im Pflichttraining. Ich absolvierte acht Runden und fuhr meine beste Zeit mit 2:05.622 min, was Platz 10 von 36 gewerteten Teilnehmern bedeutete. Unter normalen Bedingungen und ohne die notwendige Leistungsreduzierung wäre hier sicherlich mehr möglich gewesen. Trotzdem war das Pflichttraining für uns wichtig, um weitere Erkenntnisse über das Fahrzeugverhalten bei hoher thermischer Belastung zu sammeln. Gerade solche Wochenenden zeigen, wo bei einem neu aufgebauten oder weiterentwickelten Fahrzeug noch Reserven und Schwachstellen liegen.
Samstag, 30. Mai – Wertungslauf
Am Samstag stand der Wertungslauf der Klasse B auf dem Programm. In der GLP zählt nicht allein die schnellste Rundenzeit, sondern vor allem die Gleichmäßigkeit über die gewerteten Runden. Damit lag der Fokus darauf, möglichst konstant an die eigene Referenzzeit heranzufahren.
Ich setzte meine Referenzzeit mit 2:05.037 min. Aufgrund der weiterhin hohen Temperaturen und der bereits bekannten Probleme mit Öltemperatur und Öldruck mussten wir jedoch auch im Wertungslauf mit reduzierter Belastung fahren.
Die gewerteten Runden lagen mit Abweichungen von 1.171 s, 1.319 s, 2.214 s und 4.219 s über der Referenzzeit. Daraus ergab sich eine Gesamtabweichung von 8.923 s. Am Ende bedeutete das Platz 15 in der Klasse B. Auch wenn das Ergebnis in der Gleichmäßigkeitswertung nicht ganz das widerspiegelte, was vom reinen Tempo des Fahrzeugs her möglich gewesen wäre, stand an diesem Wochenende die Haltbarkeit klar im Vordergrund. Die Entscheidung, Leistung herauszunehmen und das Auto zu schonen, war richtig und wichtig, um größere Schäden zu vermeiden.
Das zeigte auch der Blick auf das restliche Feld. Das Wochenende war von mehreren technischen Ausfällen geprägt. In der Konkurrenz kam es unter anderem zu zwei Motorschäden mit Brandentwicklung sowie weiteren Problemen, die klar auf die hohe Belastung und den Verschleiß zurückzuführen waren. Vor diesem Hintergrund war es für uns der richtige Weg, kein unnötiges Risiko einzugehen und den Corrado kontrolliert über das Wochenende zu bringen.
Fazit
Der Einsatz in Most hat deutlich gezeigt, dass der VW Corrado über ein starkes Grundtempo verfügt. Besonders das erste freie Training mit der schnellsten Zeit in der TW+GT B war ein klares Ausrufezeichen und bestätigte, dass das Fahrzeug grundsätzlich sehr konkurrenzfähig ist. Gleichzeitig hat das Wochenende aber auch gezeigt, dass wir im Bereich der Kühlung weiterarbeiten müssen.
Die hohen Luft- und Streckentemperaturen brachten das Kühlsystem an seine Grenzen, insbesondere im Bereich der Öltemperatur und des Öldrucks. Für die kommenden Einsätze werden wir daher gezielt an neuen Lösungen arbeiten. Im Fokus steht ein größerer Ölkühler sowie eine verbesserte thermische Stabilität, damit wir das vorhandene Potenzial des Corrado auch bei hohen Temperaturen zuverlässig abrufen können. Insgesamt war Most trotz der technischen Einschränkungen ein wertvolles Wochenende.
Wir konnten zeigen, welches Tempo im Corrado steckt, wichtige Daten sammeln und klare Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung mitnehmen. Gerade im Vergleich zu den vielen technischen Problemen im Feld hat sich gezeigt, dass unsere vorsichtige Herangehensweise richtig war. Genau solche Erkenntnisse bringen uns Schritt für Schritt weiter.
Ein großer Dank geht an meine Eltern und die Duale Hochschule Sachsen Glauchau für die Unterstützung."
Super Leistung! Klasse!
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