Dresden/Meißen, 20. Februar 2026 – Bereits zum zweiten Mal fand die hochschulübergreifende Lehrveranstaltung „Steuerlehre neu denken: KI im steuerlichen Berufsalltag zwischen Effizienz und Verantwortung“ statt. Das Kooperationsprojekt zwischen der DHSN Dresden | Duale Hochschule Sachsen und der Hochschule Meißen (FH) und Fortbildungszentrum bringt Studierende aus der Steuerverwaltung und aus steuerberatenden Studiengängen in einem gemeinsamen Lernformat zusammen.
Ziel der Veranstaltung ist es, unterschiedliche berufliche Perspektiven frühzeitig miteinander zu verzahnen und zugleich zentrale Zukunftskompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu stärken.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Durchführung stand die Frage:
Wie verändert KI den steuerlichen Berufsalltag, wer trägt die Verantwortung – und wo liegen die Grenzen ihres Einsatzes?
In zwei aufeinander aufbauenden Lehrblöcken bearbeiteten die Studierenden steuerrechtliche Fragestellungen sowohl konventionell als auch KI-gestützt. Dabei lernten sie:
- Grundlagen der Funktionsweise von Large Language Models (LLM),
- Prinzipien des Prompt-Designs,
- Methoden zur systematischen Überprüfung KI-generierter Ergebnisse,
- typische Fehlerquellen wie Halluzinationen, Verkürzungen und normative Verzerrungen,
- rechtliche Einordnung und Risikobewertung im Kontext des European Union AI Acts.
Curriculumsübergreifender Dialog auf Augenhöhe
Das innovative Lehrformat lebt vom Austausch zwischen Studierenden des Fachbereichs Steuerverwaltung (Hochschule Meißen FH) und des Studiengangs Steuern, Prüfungswesen und Consulting (DHSN Dresden).
In gemischten Gruppen diskutierten sie unter anderem:
- den Aufbau und die Organisation der Finanzverwaltung,
- Berufsformen und Organisationsstrukturen steuerberatender Berufe,
- Zusammenarbeit, Rollenbilder und Vorurteile,
- gesellschaftliche und rechtliche Zwänge,
- Verantwortung für Steuerrechtsanwendung und Steuerrechtspflege.
Eine abschließende Simulation mit vertauschten Rollen schärfte zusätzlich das Verständnis für Denkweisen, Entscheidungslogiken und Handlungszwänge der jeweils anderen Berufsseite.
Digitale Urteils- und Reflexionskompetenz als Schlüsselqualifikation
Die Veranstaltung verdeutlichte:
Gerade im steuerlichen Berufsalltag – zwischen Effizienzdruck, Haftungsfragen und dem Umgang mit sensiblen Daten – wird digitale Urteils- und Reflexionskompetenz zu einer zentralen Zukunftskompetenz.
Die erneute Durchführung des Projekts unterstreicht den hohen Mehrwert des hochschulübergreifenden Formats und die strategische Bedeutung digitaler Kompetenzen in der Ausbildung künftiger Fachkräfte im Steuerbereich.
Die DHSN setzt damit ein deutliches Zeichen für eine moderne, verantwortungsorientierte und praxisnahe Hochschullehre.
Referentin der Direktion
Dresden